Weltladen-Tag

Am 14. Mai findet der diesjährige Weltladentag statt, er ist gleichzeitig der internationale Tag des fairen Handels.

Der Weltladen-Dachverband und das Forum Fairer Handel nehmen den Tag zum Anlass, um auf die unfairen Preise aufmerksam zu machen, welche Produzent*innen an den Anfängen globaler Agrarlieferketten für ihre Produkte erhalten.

Dies betrifft überwiegend die Länder des globalen Südens, aber auch hier in Deutschland sind Bauern mit den Dumpingpreisen für z.B. Milch oft nicht in der Lage, ihre Produktionskosten zu decken.

Der Weltladen Idstein beteiligt sich am Weltladentag mit einer Schaufenstergestaltung und Informationen zu diesem Thema.

Doch was sind eigentlich Dumpingpreise und wie sind sie möglich?

Dumpingpreise sind Preise, die die Kosten der Produktion nicht decken. Sie erzeugen Armut – Löhne, die die Grundsicherung nicht decken, schlechte Arbeitsbedingungen, fehlender Umweltschutz und ausbeuterische Kinderarbeit sind einige der Folgen.

Dumpingpreise sind möglich, weil es u.a. extreme Machtungleichgewichte im Agrar- und Lebensmittelmarkt gibt.

  • Drei Großkonzerne kontrollieren mehr als 60% des globalen Marktes für Saatgut
  • Vier Großkonzerne dominieren weltweit den Import- und Export von Weizen, Mais, Sojabohnen, Zucker, Palmöl und Reis
  • In Deutschland beherrschen 4 Einzelhandelsunternehmen ca. 85 % des Lebensmittelmarktes

Die großen Unternehmen zwingen ihren Lieferanten Vertragskonditionen häufig auf, ohne dass diese sich dagegen zur Wehr setzen können. So wälzen sie Kosten, die sie eigentlich selbst tragen müssten, auf ihre Zulieferer ab. Diese sind gezwungen, unfairen Lieferbedingungen zuzustimmen, da sie davon abhängig sind, dass ihre Produkte bei den großen Händlern ins Verkaufssortiment aufgenommen und nicht ausgelistet werden.

Bild: Weltladen-Dachverband

Während viele Kleinproduzent*innen ihre Grundbedürfnisse nicht erfüllen können, Bauern ihre Höfe aufgeben müssen, steigern große Konzerne ihre Macht und ihre Gewinne.

Weltläden in Deutschland machen rund um den Weltladentag darauf aufmerksam:

Das ist MÄCHTIG unfair!

Der Bundestag hat im Mai 2021 die EU-Richtlinie über unlautere Handelspraktiken in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette in deutsche Gesetzgebung umgesetzt. Das beschlossene Gesetz ist ein wichtiger erster Schritt, um unfaire Praktiken von marktmächtigen Unternehmen in globalen Lieferketten zu unterbinden. Doch es weist auch große Lücken auf, ein Verbot für Preise unterhalb der Produktionskosten gibt es nicht.

Die Weltladen-Bewegung fordert daher, in dem Gesetz gegen unlautere Handelspraktiken das Verbot von Dumping-Preisen aufzunehmen.

Dass dies möglich ist, macht z.B. Spanien vor. Seit Februar 2020 existiert in Spanien ein Verbot von Dumping-Preisen. Erfahrungen und Analysen aus Spanien könnten hier sehr hilfreich sein.

Der faire Handel

Im Fairen Handel versuchen die beteiligten Organisationen Machtungleichgewichten entlang der Lieferkette entgegenzuwirken.

Handelspartnerschaft auf Augenhöhe, Preise, die von „unten nach oben“ im Dialog miteinander entstehen, Planungssicherheit durch langfristige Zusammenarbeit sind einige der Kriterien des fairen Handels.

Besuchen Sie unseren Weltladen in Idstein, informieren Sie sich, unser Schaufenster wird in der Woche des Weltladentags das Thema anschaulich zeigen.

Entdecken Sie die Vielfalt der Produkte und die Möglichkeit, fair gehandelte Produkte bei uns kennenzulernen.

Artikel von Sieglinde Tierno, Weltladen Idstein
Zahlen und Daten vom Dachverband der Weltläden:
und vom Forum fairer Handel:
https://www.weltladen.de/politik-veraendern/weltladentag/aktuelle-kampagne/
und vom Forum fairer Handel:
https://www.forum-fairer-handel.de/blog/artikel/maechtig-unfair-gegen-dumpingpreise-fuer-kleinproduzentinnen

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